Mdr Riverboat Uwe Steimle

Flussschiff Uwe Steimle

Steimles Welt" wird bis zu viermal im Jahr im MDR ausgestrahlt. Im MDR Riverboat über Gesellschaft, Politik und Pegida. Erich Honecker erklärt, wer die Mauer nicht gebaut hat. Porträt von Uwe Steimle (Schauspieler), MDR-Talkshow'Riverboat', Leipzig, Sachsen, Deutschland. Zwei Menschen, die sich schon auf dem Flussboot kannten, sind Uwe Steimle und Tom Pauls, auch bekannt als "Frau Bähnert und Herr Zieschong".

Das späte Ende der Aufnahme beim MDR und Uwe Steimle

Der Kabarettist und ehemalige "Polizeikommissar" Uwe Steimle hat der rechten Wochenzeitschrift "Junge Freiheit" ein aufsehenerregendes Gespräch geführt. Daß Deutschland kein Souveränstaat ist und, wie Steimle glaubt, immer noch "besetztes Gebiet der USA", ist eine aus der kaiserlichen Bürgerszene und der "Querfront" bekannt gewordene Konspirationstheorie. Es ist nicht das erste Mal, dass Steimle sich so ausdrückt.

Zum ersten Mal ist der MDR jedoch an Steimles Stellen beleidigt. Er ist Begründer und Herausgeber der Zeitschrift für Kirchen, Politk und Kunst "Die Eule" und publizierte sein Werk "Warum der esel Martin heißt" im Herbst 2016 im Gütsloher Verlagshaus, einem traditionellen Christenverlag der Bertelsmann-Gruppe. Grundlage des Buches ist eine Fernsehserie des MDR ("Steimles Welt"), in der Steimle außergewöhnliche Menschen aus dem Rundfunkbereich anspricht.

Rechtzeitig zum Jubiläum der Reformation wurden einige der Treffen, Steimles furiose Kanzelansprache aus der Schloßkirche Wittenberg im Juli 2015 und ein Interview mit dem Theaterwissenschaftler Friedrich Schorlemmer in Form eines Buches festgehalten. Es zeigt, was für Steimles Werk charakteristisch ist und was für die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen essentiell ist: ein hoher Grad an Selbstbezüglichkeit, der dafür Sorge trägt, dass in vielen Gesprächen, Kabarett-Auftritten und Fernsehprogrammen die selben Worte verwendet werden.

Doch Steimle zieht es vor, sich selbst zu plagiieren. Überraschenderweise haben MDR und Warensloher Verlag ein solches Angebot jedoch für angebracht gehalten. Steimle scheitert im Nov. 2017 vor dem Landgericht Meißen mit einer Anklage gegen den unabhängigen Publizisten Andreas Vorrath, dem er verbieten will, ihn als "ethnisch-antisemitisch jammernden Assi" zu bezeichnen. Immer wieder hätte Steimle "Modelle zur Verfügung gestellt, die eine solche Stellungnahme zuließen".

Die Vorwürfe des Anti-Semitismus beziehen sich auf einen Beitrag des Publizisten Jan-Philipp Hein aus dem Jahr 2015, in dem er mit Rücksicht auf Steimle und andere KabarettistInnen feststellt: "Ein Teil des jüdischen Hasses ist Teil des positiven Tons im Kleinkunstkabarett, das von ARD und ZDF ganz entscheidend am Leben erhalten und finanziert wird. Steimles "Modelle", so der Meißner Juror, umfassen Stationen, die er zuvor im MDR Fernsehen ("Riverboat"), in seinen Kabarettsendungen und in den Social Media vertrat.

Steimle fügte in einem Gespräch mit "Junge Freiheit" hinzu: "Inzwischen weiss jeder, dass beispielsweise Claus Kleber, Mitglied der Atlantikbrücke, Karl-Eduard von Schnitzler ist. Dennoch, und offensichtlich in Unwissenheit über seine rechtspopulistische Urgeschichte, wurde Steimle vom Ecumenical Peace Decade Discussion Forum zum Schirmherrn der 2018er Dekade ernannt, die sich vor allem auf Drohnen- und Cyberkriege konzentrieren soll.

Es war nicht nur das mangelnde Fachwissen von Steimle, das die Kritik im Internet zum Aufeinandertreffen brachte, sondern auch die bisher bekannt gewordenen Anschuldigungen. Steimles Hauptanklage war auch hier, dass er sich nicht explizit von den Ideen der Transversalfront distanzierte und an der Verschwörungstheorie festhielt. Steimles Einsatz ging für einige der beteiligten Verbände ohnehin zu weit; sie erhielten innerlich den Rückzug der Patronanz.

Diese Behauptungen, die wiederum in der Öffentlichkeit diskutiert wurden, wurden nicht zum Anlaß genommen, die Kooperation mit Steimle zu erörtern. Die Programme von Steimle haben hohe Einschaltquoten und sind auch innerhalb des Unternehmens sehr beliebt. Der MDR hat der Zeitschrift "Die Eule" anfangs Maerz 2018 bestaetigt, dass weitere Shows mit dem Cabaret-Kuenstler bereits inszeniert sind. Grund für die Forderung des Senders war Steimles Auftreten in der Region Sachsen, wo er unterstellte, dass Ausstrahlungen mit ihm unterbleiben würden.

Der MDR hat Steimle auch diese Aussagen zum Status der Kooperation noch einmal Revue passieren lassen. Programme mit Steimle wären nicht im "Giftschrank", die Kooperation wäre vorteilhaft. Trotz allem bleibt auch der Verlag Gütersloh mit Steimle im Plan. Christmas with the Wizard of the East", ein Werk, das Steimle für die Weihnachtszeit 2018 aufwärmen wird.

Doch mit dem Gespräch in "Junge Freiheit" hat der MDR nun scheinbar genug, zumindest berichtete der Tweet des Senders am vergangenen Wochenende, dass Steimles Aussagen "für den MDR nicht akzeptabel" seien: "Er steht damit gegen all jene, die tagtäglich politische Eigenständigkeit betreiben. Das werden wir mit Uwe Steimle individuell abwägen.

"Es gab nichts mehr vom MDR am vergangenen Wochenende zu lernen, als dass man dem GesprÃ?ch mit Steimle nicht zuvorkommen wollte. Der Verlag Gütersloh will nun, alarmiert durch die zunehmende Reichweite, auch überprüfen, worum es bei den aktuellen Aussagen von Steimle geht. Man möchte dort zunächst das gesamte Vorstellungsgespräch der "Jungen Freiheit" zur Kenntnis genommen und ein persönliches Vorstellungsgespräch mit Steimle einplanen.

Auch Steimle selbst bestätigt der Boulevardzeitung "tag24" die Aussagen des Interviews "Junge Freiheit": "Das ist richtig", so Steimle. Das ist nur logisch, denn Steimles Aussagen haben keine neue Güte erlangt.

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